Ein kleiner Ausflug in die Geschichte von CSR. Corporate Social Responsibility, kurz CSR, steht für sozial verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln. Von den modernen Medien wird uns dieser für unseren Sprachgebrauch kompliziert klingende Begriff gerne als Neuheit verkauft.

Erfolgreiche Unternehmen nutzen CSR, um etwas von ihrem Erfolg abzugeben, beispielsweise in Form von Spenden oder sozialem Engagement gegenüber den Kunden, den Mitarbeitern oder beidem. Tatsächlich ist lediglich der Begriff ein modernes Phänomen. Denn Corporate Social Responsibility fanden bereits in der Antike ebenso wie im Mittelalter einen festen Platz im Alltag.

Moralische Pflichten in Antike und Mittelalter

Schon der gelehrte Aristoteles erwähnt in seinen Schriften die moralische Verpflichtung der Reichen, gegenüber den ärmeren Gesellschaftsschichten großzügig und helfend zu agieren. Der Mensch solle seine Aufmerksamkeit entsprechend mehr auf die Menschen denn auf den leblosen Besitz richten, um tugendhaft zu sein.

Im Mittelalter wurde die Unterstützung der weniger begüterten Mitmenschen zu einer Kunst erhoben, die nicht zuletzt durch den Einfluss der Kirche gefördert wurde. Die Hilfe durch Geld, Bedarfsgegenstände und Lebensmittel wurde moralische Pflicht: Adlige Damen verteilten Speisen an Bedürftige, während der ehrbare Kaufmann seinen Reichtum nur ohne gesellschaftlichen Makel genießen durfte, wenn er seinen Besitz auch zum Wohl Untergebener und Bettler nutzte. Das Auftreten und Aussehen der Untergebenen ließ das Umfeld stets auch auf die tatsächlichen Verhältnisse im Haushalt schließen, dem der Bote, die Magd oder der Diener unterstand. So galt es nicht nur als gesellschaftlich und moralisch geboten, weniger begüterten Menschen zu helfen, sondern auch um den eigenen Ruf zu verbessern und aufrecht zu erhalten.

Entwicklung der Industrie und der modernen Unternehmen

Mit der Industrialisierung entwickelten sich die ersten Unternehmer, die nicht selten den Erfolg und den Fortschritt einer ganzen Gemeinde beeinflussten. Um die gute Arbeitsleistung der Mitarbeiter und damit den Unternehmenserfolg voranzutreiben, wurden ganze Wohnsiedlungen für die Belegschaft geschaffen, die häufig den Grundstein für heute noch florierende Städte und Gemeinden legten. Natürlich war die Förderung durch die neuen Unternehmerpersönlichkeiten von Ort zu Ort sehr verschieden, doch das gesellschaftliche Engagement als Stifter und Mäzen wurde zu einer Selbstverständlichkeit.

Die offizielle Auseinandersetzung mit der Förderung von sozialen und gesellschaftlichen Aspekten als Corporate Social Responsibility begann im Amerika der 1950er Jahre. Hier fanden erste Diskussionen zur Thematik statt, bei denen Howard R. Bowen mit seiner Publikation „Social Responsibilities of the Businessman“ eine maßgebliche Rolle einnahm. Seiner Ansicht nach sollte sich die soziale Verantwortung der Unternehmen an ihren Rechten als Profiteure der Gesellschaft orientieren, um moralische Werte nicht zu untergraben. Dieser These schlossen sich schnell viele Befürworter an, wodurch sich ab den 1970er Jahren auch die ersten Unternehmen einbrachten, um nicht nur ihrer gesellschaftlichen Verpflichtungen nachzukommen, sondern die Gesellschaft aktiv und positiv fördernd mitzugestalten.

Umwelt, Bildung und vieles mehr

Bessere Lebensbedingungen, gute Bildungsmöglichkeiten und das Angebot von Hilfsangeboten für Bedürftige jeglicher Art wurden früh von Unternehmern durch Spenden oder Unterstützung gefördert. Spätestens seit den 1980er Jahren hat sich neben der sozialen Verantwortung auch der Umweltschutzgedanke in den Köpfen der Menschen verbreitet. Bessere Aufklärung über negative Auswirkungen von Umweltverschmutzung und der positive Einfluss von Nachhaltigkeit in kleinen wie großen Aspekten des Alltags wurden durch die Medien und nicht zuletzt das Internet für jedermann zugänglich – und beeinflusst somit auch die Meinung des Einzelnen gegenüber Unternehmern und Marken.

Das moderne Unternehmertum ist daher eng mit CSR verbunden, das die eigenen Aktivitäten für die Gesellschaft und die Umwelt transparent für den Kunden ebenso offenlegt und kommuniziert, wie die angebotenen Produkte und Dienstleistungen. Von aktiver Corporate Social Responsibility profitieren alle Seiten: Die unterstützte Organisation, die Menschen, welche die geförderten Projekte in Anspruch nehmen, das Unternehmen und natürlich ganz besonders die Gesellschaft, die durch jede aktive Beteiligung ein Stückchen besser wird.